Wien hat einen der wertvollsten Altbaubestände Europas. Gründerzeit-Zinshäuser mit Stuckdecken und 3,5 m Raumhöhe, Jugendstil-Fassaden im Althof, barocke Bürgerhäuser in der Inneren Stadt. Diese Substanz zu sanieren ist eine anspruchsvolle Aufgabe – aber es lohnt sich: Eine gut sanierte Altbauwohnung in Wien ist und bleibt eine der begehrtesten Wohnformen der Stadt. Dieser Artikel zeigt, was Sie wissen müssen.
Warum Wiener Altbauten besonders sind
Wiener Altbauten sind keine gewöhnlichen Altbauten. Die Gründerzeit-Zinshäuser der Ringstraßenzeit wurden mit einer Qualität gebaut, die heute unerschwinglich wäre: massives Ziegelmauerwerk, geschnitzte Stuckdecken, Eichenholz-Parkett, kunstvolle Gitter und Toranlagen. Gleichzeitig haben sie Eigenheiten, die bei der Sanierung besondere Expertise erfordern:
- Dicke, massiv tragende Wände – aber oft schief und uneinheitlich in der Stärke
- Hohe Raumdecken (3,20–4,00 m) – prächtig, aber aufwendig für Bad und Malerei
- Historische Wasser- und Abflussleitungen (Blei, Gusseisen) – sanierungsbedürftig
- Stuckdecken als Schmuck und Herausforderung – schützen, nicht zerstören
- Enge Stiegenhäuser mit Originalgeländern – Materiallogistik wird zum Puzzle
- Oft Denkmalschutz – direkt oder als Teil eines Schutzbereichs
Die 4 typischen Bausubstanzen in Wien
Gründerzeit-Zinshäuser (ca. 1860–1918)
Der häufigste Altbautyp in den Bezirken 1–10 und 18–19. Massive Ziegelbauweise, hohe Decken, oft Fischgrat-Parkett oder Dielenböden. Typische Sanierungsaufgaben: Bäder komplett erneuern (oft unter 4 m²), Böden aufbereiten oder ersetzen, Malerarbeiten, Türen und Zargen.
Jugendstil & Secession (ca. 1890–1920)
Besonders in den Bezirken 1, 4, 6, 7 und 13. Noch anspruchsvoller in der Sanierung wegen aufwendiger Fassadendekoration, farbiger Glasfenster und oft strengerem Denkmalschutz.
Rote Wien – Gemeindebauten (ca. 1920–1935)
Die legendären Gemeindebauten (Karl-Marx-Hof, Reumannhof etc.). Solide Bauweise, aber oft sanierungsbedürftige Bäder und Küchen. Sanierung nur mit Zustimmung von Magistratsabteilung 60 (MA 60).
Nachkriegsbauten (ca. 1945–1970)
Typisch für die Bezirke 10, 11, 12, 21, 22. Einfachere Bauweise, oft dringender Sanierungsbedarf bei Bad, Böden und Fenstern. Weniger Denkmalschutz-Themen, aber häufig Asbest und alte Leitungen.
Denkmalschutz in Wien: Was Sie wissen müssen
Wien hat ein dichtes Netz an denkmalgeschützten Objekten – nicht nur Einzelgebäude, sondern ganze Schutzbereiche. Das bedeutet:
- Bundesdenkmalamt prüft: Bevor Sie in einem denkmalgeschützten Gebäude sanieren, muss das Bundesdenkmalamt (BDA) zustimmen.
- Fassade meist geschützt: Fenster, Fassadenfarbe, Eingangsbereich – hier dürfen Sie nichts ohne Genehmigung ändern.
- Innenraum teils geschützt: Original-Stuck, historische Türen und Böden, Deckenmalerei – abhängig vom Schutzumfang.
- Badsanierung meist möglich: Bäder und Küchen sind in der Regel nicht geschützt – hier haben Sie Gestaltungsfreiheit.
- Dauer: Mit 4–8 Wochen zusätzlichem Planungszeitraum rechnen. Die eigentliche Bauzeit verändert sich nicht.
Stiegenhaus & Logistik: Die Wiener Herausforderung
Das Wiener Stiegenhaus ist eine logistische Herausforderung, die unterschätzt wird. Enge Wendetreppen, empfindliche Originalgeländer, oft kein Aufzug, und Nachbarn, die den täglichen Zugang brauchen.
- Großformatfliesen (120×240 cm) passen durch kaum ein Wiener Stiegenhaus – wir planen Zerschnitt und Transport entsprechend.
- Parkett-Dielen (bis 2,4 m) müssen evtl. über Fenster oder Balkon eingeliefert werden.
- Schutz von Treppen und Geländern: Wir montieren Trittschutz und Abdeckungen vor dem ersten Arbeitstag.
- Liefersituation: Halteverbotszonen und Containerplätze müssen bei der MA 67 beantragt werden – wir erledigen das.
- Aufzug: Wenn vorhanden – gut. Wenn nicht: Außenlift oder manueller Transport über das Stiegenhaus. Wir planen beides.
Diese Logistik ist für uns Routine – wir sind regelmäßig in Wiener Altbauten unterwegs und kennen die spezifischen Herausforderungen jedes Bezirks.
Ablauf einer Altbausanierung in Wien
- 1Erstbesichtigung: Wir kommen nach Wien, besichtigen die Wohnung, prüfen den Zustand und besprechen Ihre Pläne.
- 2Denkmalschutz-Abklärung: Falls relevant, klären wir mit dem BDA, welche Maßnahmen genehmigungspflichtig sind.
- 3Angebot: Detailliertes Festpreis-Angebot mit Terminplan, inklusive Logistikkosten für Wien.
- 4Genehmigungen: Hausverwaltung, Nachbarn, evtl. Halteverbotszonen – wir koordinieren.
- 5Materiallogistik: Anlieferung an den richtigen Tagen, über die richtige Route. Stiegenhaus-Schutz wird montiert.
- 6Ausführung: Koordinierte Gewerke – Boden, Fliesen, Maler, Installateur, Elektriker. Ein Ansprechpartner.
- 7Übergabe: Gemeinsame Abnahme, Dokumentation, Pflegehinweise, Rückruf nach 4 Wochen.
Kosten für Altbausanierungen in Wien
Die Kosten in Wien liegen tendenziell etwas höher als in Wiener Neustadt – primär wegen der höheren Logistikkosten und der aufwendigeren Rahmenbedingungen:
| Umfang | Wien (Richtwerte) | Dauer |
|---|---|---|
| Badsanierung Altbau (5–7 m²) | € 16.000 – € 25.000 | 3–4 Wochen |
| Parkett 50 m² (Fischgrät Eiche) | € 9.000 – € 14.000 | 4–5 Tage |
| Einzelraum-Sanierung (20 m²) | € 9.000 – € 15.000 | 2–3 Wochen |
| Komplettsanierung Wohnung (70 m²) | € 55.000 – € 95.000 | 10–14 Wochen |
Logistik-Zuschlag Wien: In der Regel € 800–1.500 für Anfahrt, Halteverbotszone und Stiegenhaus-Schutz. Wir weisen das transparent im Angebot aus.
Unsere Wiener Projekterfahrung nach Bezirken
- 1., 3., 4. Bezirk (Innere Stadt, Landstraße, Wieden): Hochwertige Gründerzeit-Sanierungen, oft Denkmalschutz. Premium-Materialien.
- 6., 7., 8. Bezirk (Mariahilf, Neubau, Josefstadt): Beliebte Altbauviertel. Fischgrat-Parkett, Badsanierungen in Gründerzeit-Zinshäusern.
- 9., 18., 19. Bezirk (Alsergrund, Währing, Döbling): Gehobene Altbau-Sanierungen, Villen und Wohnungs-Komplettsanierungen.
- 10., 11., 12. Bezirk (Favoriten, Simmering, Meidling): Nachkriegsbauten, Komplett-Modernisierungen.
- 13., 14., 17. Bezirk (Hietzing, Penzing, Hernals): Villensanierungen, Einfamilienhäuser.
- 21., 22., 23. Bezirk (Floridsdorf, Donaustadt, Liesing): Neubau-Wohnungen, Aufwertung mit Großformat und Designböden.
„Ein Wiener Altbau ist kein Risiko – er ist eine Gelegenheit. Wer die Substanz respektiert und fachgerecht modernisiert, bekommt einen Wohnraum, den kein Neubau der Welt bieten kann.“
Passende Leistung
Inhaber, sanierbar.
Sanierungsexperte, 15 Jahre Erfahrung
Jeder Artikel hier beruht auf realen Projekten aus Wiener Neustadt und Umgebung. Fragen? Schreiben Sie uns – wir antworten ehrlich.



